Der Vorstand
Andreas Engelhardt und
Florian Preißler

»Wir dürfen auch für 2021 ein erfolgreiches Geschäftsjahr verbuchen. Das Ergebnis liegt über den Erwartungen.«

Der Vorstand

»Wir dürfen auch für 2021 ein erfolgreiches Geschäftsjahr verbuchen. Das Ergebnis liegt über den Erwartungen.«

Der Vorstand

Im Interview mit Andreas Engelhardt und Florian Preißler

Herr Engelhardt, Herr Preißler, auf das Geschäftsjahr 2021 kann die GWG-Gruppe äußerst positiv zurückblicken. Wie fallen die wichtigsten Kennzahlen aus?

Andras Engelhardt: Das Jahr 2021 ist für die GWG-Gruppe erneut sehr erfolgreich verlaufen. Das Ergebnis vor Steuern lag zum Jahresende bei € 26,9 Mio. und somit deutlich über den prognostizierten € 20,0 Mio. bis € 22,0 Mio. Dies ist im Wesentlichen auf ein aktives Portfoliomanagement, positive Finanzierungsabschlüsse sowie ein erfolgreiches Bauträgersegment zurückzuführen. Als Jahresüberschuss konnten € 19,4 Mio. erzielt werden. Alle Geschäftsfelder der GWG-Gruppe, also die Vermietung, der Immobilienhandel, das Bauträgergeschäft sowie die WEG-Verwaltung, laufen stabil.

Florian Preißler: Besonders erfreulich ist die positive Entwicklung der Eigenkapitalquote, die wir von 28,4 % im Vorjahr auf 29,6 % abermals steigern konnten. Zieht man die stillen Reserven in den Immobilienbeständen hinzu, ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 57 % (Vorjahr: 54,4 %). Daraus resultiert die komfortable Situation, bezüglich unseres Portfolios selbstbestimmt Marktopportunitäten wahrnehmen zu können.

Die Pandemie war auch 2021 noch ein großes Thema. Wie ist die GWG-Gruppe durch die Pandemie gekommen und welche Maßnahmen wurden ergriffen?

AE: Dank unseres umfassenden Gesundheits- und Hygienemanagements sowie einer schon vor der Pandemie konsequent geführten Risikovorsorge konnten wir die Anzahl der coronabedingten Krankheitsfälle in der Belegschaft glücklicherweise sehr niedrig halten, sodass die internen Geschäftsprozesse ohne Einschränkungen weiterlaufen konnten. Wir haben unter anderem einen internen Stufenplan eingeführt, der es uns erlaubt hat, flexibel auf die aktuellen Inzidenzen sowie Vorgaben der Politik zu reagieren und beispielsweise den Anteil der mobilen Arbeit zu erhöhen oder Vereinzelungen in den Büros durchzuführen. Auch auf unseren Baustellen wurde ohne Ausfälle gearbeitet, sodass sich unsere Bauprojekte weiterhin im Zeitplan befinden.

Welche Bauprojekte wurden 2021 fertiggestellt?

AE: Im Sommer haben wir das „Quartier der Generationen“ am Hamburger Baakenhafen in die Anlagevermögensbewirtschaftung übernommen. Die 373 Wohnungen mit hanseatischem Flair bieten ausschließlich öffentlich geförderten bzw. mietpreisgedämpften Wohnraum. Im Herbst erfolgte dann die Übergabe von „Roomy“ in Wiesbaden. Neben 72 modernen Mietwohnungen befindet sich in der Anlage auch der neue Standort für unsere Wiesbadener Geschäftsstelle. Darüber hinaus konnten wir die Schlüssel zu 36 fertiggestellten Mietwohnungen in Denkendorf überreichen. Insgesamt haben wir somit 481 Mietwohnungen und rd. 6.200 m² Gewerbefläche in die Bewirtschaftung übernommen.

Durch den Zuwachs ist sicherlich auch die vermietbare Fläche stark angestiegen? Sind zudem weitere Projekte in der Pipeline?

FP: Die vermietbare Fläche der GWG-Gruppe hat sich in der Folge auf 781.997 m² gegenüber 755.794 m² im Vorjahr deutlich erhöht. Insgesamt beläuft sich die bewirtschaftete Fläche auf 872.256 m² (Vorjahr: 858.352 m²). Zum Jahresende befanden sich außerdem weitere 14 Mietwohnungen in Sindelfingen im Bau. Weitere rd. 1.400 Einheiten befanden sich in der Planung bzw. der Bauvorbereitung. Außerdem feiern wir im Juni 2022 das Richtfest im „s‘Lederer“ in Schorndorf, das wir als die auf Wohnimmobilien spezialisierte Tochtergesellschaft der R+V Versicherungsgruppe bewirtschaften werden.

Welche Themen bewegen die GWG-Gruppe in den nächsten Jahren?

AE: Um unser Geschäftsmodell erfolgreich in die Zukunft zu führen und unserer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen noch stärker gerecht zu werden, wird der Fokus der GWG-Gruppe in den nächsten Jahren darauf liegen, alle unsere Handlungen in Einklang mit den ESG-Anforderungen zu bringen. Environment, Social und Governance – also Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung – sind eine große Herausforderung, der wir uns als verantwortungsvoll handelndes Unternehmen zu stellen haben. Die begonnen ESG-Maßnahmen, wie z.B. die im Jahr 2021 erneut abgegebene DNK-Entsprechenserklärung, werden im laufenden Jahr daher weiter konsolidiert und in eine umfassende ESG-Strategie überführt. 2022 möchten wir dann unser erstes ESG-Rating durchlaufen sowie einen umfangreichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen.

»Im laufenden Jahr werden wir unsere Nachhaltigkeitsthemen konsolidieren und in eine umfassende ESG-Strategie überführen.«

Andreas Engelhardt

»Im laufenden Jahr werden wir unsere Nachhaltigkeitsthemen konsolidieren und in eine umfassende ESG-Strategie überführen.«

Andreas Engelhardt

ESG umfasst sämtliche Themen rund um die Nachhaltigkeit. Auf welcher Komponente liegt Ihr Schwerpunkt?

FP: Bereits im vergangenen Jahr haben wir für unser Portfolio einen umfassenden Klimafahrplan entwickelt. Hierbei haben wir auf der Grundlage einer eingehenden Bestandsanalyse zentrale Handlungsfelder abgeleitet und in konkrete Maßnahmen auf Einzelobjektebene überführt. Unser Ziel ist es, bis spätestens 2045 einen klimaneutralen Immobilienbestand zu erreichen. An die Wohnungswirtschaft werden folglich hohe Erwartungen und Forderungen bezüglich der Nachhaltigkeit von Gebäuden herangetragen. Häufig wird dabei aber die soziale Komponente vergessen. Sanierungen sind teuer und konterkarieren in vielen Fällen die Schaffung und Erhaltung von bezahlbarem Wohnraum. Dieses Dilemma gilt es im Zusammenspiel zwischen Politik und Wohnungswirtschaft zu lösen, damit auch Menschen mit geringem Einkommen weiterhin ein sicheres, bezahlbares Zuhause haben. Deshalb legen wir als GWG unseren Schwerpunkt auf die Projekte aus dem Bereich „Soziales“, um auch weiterhin ein Zuhause für Menschen aller Generationen und in allen Lebenslagen zu schaffen.

Das Thema der Nachhaltigkeit macht auch vor dem Geschäftsbericht sowie dessen Berichterstattung nicht halt. Welche Neuerungen gibt es dieses Jahr?

FP: Diese ganz konkrete neue Maßnahme erleben Sie gerade in diesem Moment: Um einerseits Ressourcen zu schonen, Sie andererseits aber noch umfassender über unsere Aktivitäten zu informieren, werden wir künftig auf den Druck umfangreicher Geschäftsberichte verzichten. Ab sofort erfahren Sie in unserer neuen, modernen und interaktiven Nachhaltigkeitswelt, wie wir mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen. Wir freuen uns, Sie hierin willkommen heißen zu dürfen und wünschen Ihnen viel Spaß auf Ihrer Entdeckungsreise! Klicken Sie hier und die Reise geht los.

Wie sieht Ihre wirtschaftliche Prognose für 2022 aus, auch im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine?

AE: Die Prognose war noch nie so schwer, wie in diesem Jahr. Zum einen hält die Corona-Pandemie die Politik und die Weltwirtschaft beispielsweise mit Lieferengpässen weiterhin auf Trab. Doch dies scheint aus heutiger Sicht beherrschbar. Weit schlimmer sind die möglichen Konsequenzen aus dem Krieg in der Ukraine. Angesichts des menschlichen Leids, das uns zutiefst bewegt, fällt es schwer, über wirtschaftliche Auswirkungen zu sprechen. Weder die humanitären noch die langfristigen ökonomischen Folgen sind heute absehbar. Wir werden als GWG-Gruppe in jedem Fall den uns möglichen Beitrag leisten, um die Kriegsfolgen abzumildern, sei es durch die Bereitstellung von geeignetem Wohnraum für Geflüchtete oder durch finanzielle Unterstützung der Institutionen, die aktuell in herausragender Weise bei der Hilfe für die Betroffenen engagiert sind.

FP: Wir sind dennoch davon überzeugt, dass die GWG-Gruppe die heute erkennbaren aktuellen und künftigen Herausforderungen meistern wird. Wir planen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von € 23,0 Mio. bis € 25,0 Mio. Hierbei sind weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen nicht berücksichtigt. Zudem wird die Entwicklung von der Dauer und dem Ausmaß des Ukraine-Kriegs und dessen wirtschaftlichen und sozialen Folgen abhängen.

»Auch in einem aktuell unruhigen Umfeld werden wir 2022 ebenfalls ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr erreichen können.«

Florian Preißler

»Auch in einem aktuell unruhigen Umfeld werden wir 2022 ebenfalls ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr erreichen können.«

Florian Preißler